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Erste-Hilfe-Leitfaden für Zeugen eines Anfalls
Betroffenen ist ein Anfall in der Öffentlichkeit oft peinlich, denn Umstehende reagieren oft irritiert oder erschrocken. Ihr positives Verhalten als Zeuge eines epileptischen Anfalls kann dem entgegenwirken. Entscheidend sind Ihre Besonnenheit, Ihre Geduld und ein unkompliziert-freundlicher Umgang mit dem Betroffenen.

Was tun bei einem "kleinen" epileptischen Anfall?
Was Sie beobachten:
„Kleine“ epileptische Anfälle können sich als eine kurze Abwesenheit äußern, bei der der Betroffene für Sekunden das Bewusstsein verliert. Er bricht seine momentane Handlung abrupt ab oder wiederholt sie automatisch, um sie kurz danach fortzusetzen. In diesem Zusammenhang kann es zu Schmatzen oder Kauen, Nesteln oder anderen automatischen Bewegungen kommen. Einzelne Muskeln, etwa im Gesicht, können zucken, der Kopf wird gestreckt oder gebeugt.
So reagieren sie richtig:
Achten Sie auf den Betroffenen und sprechen Sie ihn an, wenn er wieder bei Bewusstsein ist. Fragen Sie ihn, ob er eine Epilepsie hat, um sicher zu sein. Bieten Sie ihm an, ihn zu begleiten oder einen Angehörigen oder Freund anzurufen, falls er dies für erforderlich hält.
Manche Epilepsie-Patienten fallen durch plötzlich auftretende Störungen des Verhaltens oder der Bewegung auf. Sie verlieren nicht das Bewusstsein, können aber die Störung nicht unterdrücken. Hier ist vor allem Verständnis gefragt.
Was tun bei „großen“ epileptischen Anfällen?
Was Sie beobachten:
„Große“ epileptische Anfälle wirken oft dramatisch. Der Betroffene stürzt bewusstlos zu Boden. Wiederholte Zuckungen zahlreicher Muskeln erschüttern seinen Körper. Er kann unbewusst um sich schlagen und sich am Boden winden. Nach kurzer Zeit erschlafft der Körper, der noch Bewusstlose kommt allmählich wieder zu sich, muss sich orientieren und ist in der Regel müde und schlafbedürftig. Manche Patienten stoßen zu Beginn des Krampfanfalls einen Schrei aus, bei manchen kann Urin abgehen.
So reagieren Sie richtig:
Das Ziel der Hilfe ist, den Betroffenen vor Verletzungen zu schützen. Zeugen eines solchen Anfalls sollten versuchen, den Kranken aus einer Gefahrenzone, wie Straße, Gelände oder Wasser, zu ziehen.
- Lagern Sie den Betroffenen frei auf dem Boden, damit er sich durch seine ruckartigen Bewegungen nicht an Gegenständen in der Umgebung verletzt. Schränken Sie seine Bewegungen nicht ein. Schützen Sie vor allem seinen Kopf durch eine weiche Unterlage oder indem Sie ihn leicht in Ihren Händen lagern.
- Die Anfallsbewegungen sollten nicht durch Festhalten unterdrückt werden, es sollte kein Gegenstand zwischen die Zähne geschoben werden.
- Haben die Zuckungen aufgehört, bringen Sie den Patienten vorsichtig in die stabile Seitenlage. So verhindern Sie Atmungsprobleme.
- Sprechen Sie den Patienten an, wenn er zu sich kommt, bleiben Sie bei ihm, bis er wieder richtig wach ist und zeigen Sie ihm, dass Sie für ihn da sind. Bitten Sie neugierige Passanten wegzugehen.
- Unterstützen Sie ihn, begleiten Sie ihn evtl. nach Hause oder rufen Sie einen Angehörigen oder Freund an, soweit er dies für erforderlich hält.
In der Regel müssen Sie keinen Arzt rufen, außer
- die Zuckungen, d. h. der Anfall, halten länger als fünf Minuten an,
- es dauert nach dem Erschlaffen länger als fünf Minuten, bis der Patient zu sich kommt,
- der Betroffene erlangt zwischen wiederholten Anfällen nicht das Bewusstsein,
- der Betroffene hat sich beim Sturz eine behandlungsbedürftige Verletzung zugezogen.
In diesen Fällen sollte sofort ein Arzt oder Krankenwagen gerufen werden. Weitere Informationen:
Internationaler Epilepsie-Notfallausweis (IENA)