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Epilepsien – häufiger als vermutet

Viele Menschen sind über das verbreitete Vorkommen epileptischer Anfälle überrascht. Auch Epilepsien, d. h. wiederkehrende, spontane epileptische Anfälle, treten bei 0,5 - 1 Prozent der Allgemeinbevölkerung auf, das entspricht der Häufigkeit eines insulinpflichtigen Diabetes mellitus. In einer Stadt mit 500.000 Einwohnern haben demzufolge 2.500 bis 5.000 Menschen Epilepsie. Damit sind in Deutschland ungefähr 800.000 Menschen erkrankt, weltweit ca. 40 Millionen Menschen.

Tabuthema
Dass die Gesellschaft so wenig über das häufige Auftreten dieser Erkrankung informiert ist, zeigt, wie sehr diese selbst im dritten Jahrtausend verschwiegen, ja tabuisiert wird. Diese Tabuisierung lässt sich möglicherweise aus der Geschichte herleiten.

Da das Erscheinungsbild bei epileptischen Anfällen spektakulär sein kann, sind Epilepsiekranke im Lauf der Geschichte sehr unterschiedlich bewertet worden. In vielen antiken Kulturen galten Epilepsiekranke als Heilige, da ihnen der Weg in einen Zustand der Trance scheinbar erleichtert war. Umgekehrt wurde die Epilepsie oft auch als „dämonische“, teuflische Erkrankung beschrieben.

Dass die Epilepsie möglicherweise eine Erkrankung des Gehirns ist, wurde bereits vierhundert Jahre vor Christus von dem berühmten griechischen Arzt Hippokrates vermutet. Das medizinische Wissen der Antike ging im Mittelalter weitgehend verloren. In dieser Zeit wurde ein Anfall als göttliche Strafe oder schlimmer noch als „dämonische Besessenheit“ interpretiert. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es, wissenschaftlich nachzuweisen, dass die Epilepsie einen natürlichen Ursprung hat.

Persönlichkeiten mit Epilepsie
Zu allen Zeiten gab es berühmte Menschen, die an Epilepsie erkrankt
waren, u. a.

  • Fjodor Dostojewski
  • Agatha Christi
  • Vincent van Gogh
  • Julius Cäsar
  • Alexander der Große
  • Napoleon Bonaparte