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„Kleiner“ Anfall - fokaler Anfall
Beim „kleinen“ Anfall wird nur eine bestimmte Stelle im Gehirn plötzlich erregt (fokaler Anfall), der Anfall dauert oft nur Sekunden, selten länger als 1–2 Minuten. Bei manchen Patienten werden fokale Anfälle durch einen „Vorboten“ eingeleitet, die so genannte Aura: Sie dauert meist nur wenige Sekunden und kann sich beispielsweise als Übelkeitsgefühl, Geschmacks- oder Geruchsempfindung äußern. Typisch ist auch ein Fremdheitsgefühl in sonst vertrauter Umgebung oder umgekehrt das Erleben von Vertrautheit oder Wiedererkennen in einer unbekannten Umgebung.

- Einfacher fokaler Anfall: Hier bleibt das Bewusstsein erhalten. Der Betroffene ist wach, klar und kann angesprochen werden. Welche Beschwerden auftreten, hängt von der betroffenen Gehirnregion ab: Missempfindungen (z. B. Kribbeln, Taubheitsgefühl, Wärmegefühl), Hör- oder Lichteindrücke, Schweißausbrüche, Blässe, Übelkeit, psychische Symptome (z. B. plötzliche Freude oder Angst) und Muskelkrämpfe und -zuckungen.
- Komplex-fokale Anfälle sind kleinere Anfälle, bei denen das Bewusstsein zusätzlich gestört ist und die zu scheinbaren Verlegenheitsbewegungen und sinnlosen Handlungen führen. Sie entstammen meist aus dem Schläfenlappen.
Ursache des fokalen Anfalls ist eine umschriebene Störung der Hirnfunktion, eine Narbe oder ein schon angeborener Gewebefehler im komplizierten Netzwerk der Nervenzellen.
Ausbreitung des Anfalls
Aus einem kleinen Anfall kann sich, durch Ausbreiten der Erregung über das gesamte Gehirn, ein großer epileptischer Anfall entwickeln (generalisierter Anfall). Ärzte bezeichnen diesen Vorgang als sekundäre Generalisierung.