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„Großer“ Anfall - generalisierter Anfall

Gemeinsames Kennzeichen der „großen“ Anfälle ist die Übererregung des gesamten Gehirns. Sie werden daher auch als generalisierte oder Grand-mal-Anfälle bezeichnet. Die generalisierte Epilepsie, bei der die Vererbung eine größere Rolle spielt als bei anderen Anfalltypen, macht etwa 10 Prozent der Epilepsieerkrankungen aus.

Symbolgrafik: Generalisierter Anfall

Tonisch-klonischer Anfall
Der oft mit der Epilepsie schlechthin gleichgesetzte so genannte tonisch-klonische Anfall zählt zu den „großen“ Anfällen. Im Rahmen dieses dramatischsten Anfallstyps werden die Betroffenen plötzlich bewusstlos. Sie fallen steif um und haben die Augen aufgerissen. Häufig beißen sie sich in die Zunge, Urin und Stuhl geht ab. Der Name des Anfallstyps leitet sich von regelhaften Versteifungen („tonisch“) und Erregungen bzw. Zuckungen aller Muskeln („klonisch“) ab.

Der Betroffene ist nach dem nur etwa 1 - 2 Minuten dauernden Anfall erschöpft und braucht Ruhe oder Schlaf. Er erwacht gewöhnlich mit einem Muskelkater und ist manchmal noch etwas verwirrt. Für den gesamten Anfall besteht eine Erinnerungslücke.

Hält ein Anfall länger als fünf Minuten an oder reiht sich ein Anfall an den anderen, ohne dass der Betroffene wieder das Bewusstsein erlangt (Status epilepticus), ist sofort ärztliche Hilfe erforderlich!

Andere „große“ Anfallstypen
Neben dem tonisch-klonischen gibt es noch andere, weniger bekannte „große“ Anfallstypen:

Absence

Absencen beginnen meistens in der Kindheit. Patienten erwecken den Eindruck, sie seien für 20 bis 30 Sekunden wie abgeschaltet. Sie halten abrupt in ihren Bewegungen inne, verharren für einige Sekunden und setzen dann die unterbrochene Tätigkeit fort. Während des Anfalls bestehen Bewusstlosigkeit und Erinnerungslücken. Zusätzlich können Zuckungen im Gesicht oder in den Beinen sowie Automatismen auftreten.

Myoklonischer Anfall

Hierbei treten kurz beidseitig Zuckungen der Arme und Beine auf. Die Anfälle stellen sich vorwiegend in den frühen Morgenstunden nach dem Aufstehen ein. Der Patient ist bei Bewusstsein.

Atonischer Anfall

Bei einem atonischen (atonisch = ohne Spannung in der Muskulatur) Anfall sackt der Patient schlaff in sich zusammen und sinkt zu Boden.

Tonischer Anfall

Bei einem tonischen (tonisch = hohe Spannung in der Muskulatur) Anfall wird der Patient steif und fällt zu Boden. Es treten keine zusätzlichen Muskelzuckungen auf.

Klonischer Anfall

Bei klonischen Anfällen kommt es zu wiederholten rhythmischen Muskelzuckungen auf beiden Körperseiten oder am ganzen Körper. Sie treten fast nur im Säuglings- und Kindesalter auf.