Inhalt
Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Ein Großteil der von Epilepsie betroffenen jungen Frauen wünscht sich ein Kind. Die Zeiten, in denen Frauen mit Epilepsie generell abgeraten wurde, Kinder zu bekommen, sind glücklicherweise vorbei. Selbst wenn beide Eltern an Epilepsie erkrankt sind, bleiben 90 Prozent der Kinder epilepsiefrei.
Trotzdem sollte jedes Paar mit Kinderwunsch im Vorfeld gut informiert sein und mögliche Risiken im Gespräch mit den behandelnden Ärzten abwägen. Manchmal ist eine genetische Beratung zu empfehlen, um das Erkrankungsrisiko der Nachkommen abzuklären.
Tipps für Schwangere und Stillende
Das Risiko von Missbildung oder Schädigung des Kindes lässt sich nach Auffassung vieler Fachärzte durch einige Maßnahmen noch weiter senken. Worauf Sie während der Schwangerschaft achten sollten:
- Experten raten in der Regel zur Behandlung mit nur einem Antiepileptikum. Dies senkt das Risiko möglicher Missbildungen beim Kind.
- Das Risiko von Missbildungen kann durch eine angemessene Dosierung gesenkt werden, ebenso durch die Einnahme von Präparaten, die vom Körper sehr langsam aufgenommen werden.
- Wichtig ist die regelmäßige Einnahme der Medikamente. Anfälle nehmen nämlich meistens dann zu, wenn die Mutter aus Angst vor Schädigung des Kindes weniger Medikamente nimmt oder diese ganz absetzt. Dadurch steigt die Gefahr von Anfällen, die das Ungeborene schädigen können!
- Spätestens in der 20. Schwangerschaftswoche sollte eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um eine Fehlbildung des Kindes auszuschließen. Jetzt kann auch die Geburt frühzeitig geplant werden.
- Rauchen während der Schwangerschaft erhöht generell das Risiko von Fehlbildungen.
- Die meisten Frauen mit Epilepsie können ihre Kinder normal gebären. Nur in bestimmten Einzelfällen wird ein Kaiserschnitt empfohlen.
Beachten Sie, dass die Risiken von Person zu Person unterschiedlich sind. Daher sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt ausführlich über Ihr persönliches Risiko sprechen.