Inhalt
Erkennung der Epilepsie - Diagnose
Schließt ein normales Elektroenzephalogramm (EEG) eine Epilepsie aus?
Nein. Das EEG liefert nur zusätzliche ergänzende Informationen. Ebensowenig, wie man aufgrund eines auffälligen EEGs eine Epilepsie ohne Nachweis von epileptischen Anfällen annehmen darf, kann man auch nicht bei Nachweis epileptischer Anfälle bei normalem EEG eine Epilepsie verneinen.
Eine Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der wiederholt epileptische Anfälle nachgewiesen werden. Ob das EEG krankhaft verändert ist oder nicht, ist nicht entscheidend für die Diagnose oder die Ablehnung der Diagnose „Epilepsie“.
Was versteht man unter einem Schlaf-EEG?
Ausgehend von der Erfahrung, dass während des Schlafes bei bestimmten Epilepsien sich die Veränderungen des Elektroenzephalogramms (EEG) verstärken oder erst auftreten, empfiehlt man den Kranken, eine Nacht lang wach zu bleiben und leitet am nächsten Morgen ein normales EEG ab.
In dessen Verlauf schläft der Kranke ein, und man kann die durch Schlaf aktivierten EEG-Veränderungen beobachten. Diese sind von großer Bedeutung bei Kranken, deren Wach-EEG keinen ausreichenden Aufschluss gegeben hat.
Ist eine EEG-Untersuchung unmittelbar nach dem Anfall von Bedeutung?
Eine Untersuchung mit der Elektroenzephalografie (EEG) unmittelbar nach dem Anfall ist von großer Bedeutung, weil sie zum einen Hinweise liefert auf die Art des epileptischen Anfalls und zum anderen Hinweise geben kann auf umschriebene Veränderungen des EEGs unmittelbar nach dem Anfall.
Selbstverständlich muss das EEG nach dem Anfall in Bezug gesetzt werden zu Untersuchungsergebnissen durch den Arzt und der genauen Beschreibung des Anfalls durch den Kranken und Augenzeugen.
Was versteht man unter einem Video-EEG?
Während eines normalen Elektroenzephalogramms (EEG) wird lediglich die Hirnstromkurve aufgezeichnet, wobei die technische Assistentin den Kranken beobachtet. Während eines Video-EEGs wird während der normalen EEG-Ableitung der Kranke von einer Videokamera gefilmt.
Tritt während der Untersuchung ein Anfall auf, so ergeben sich aus der Zusammenschau von Anfallszeichen und EEG-Veränderungen Hinweise auf den Ursprung der Erregung zu Beginn des Anfalls. Heutzutage gehört die Video-EEG-Untersuchung, die auch als Monitoring oder Intensiv-EEG-Monitoring bezeichnet wird, zur Standardmethode speziell in der Erkennung und Behandlung von Epilepsien erfahrener Ärzte zum Beispiel in Facharztpraxen, aber auch in Ambulanzen, Kliniken oder Epilepsiezentren.
Ist eine Computertomografie bei Epilepsien notwendig?
Bei allen Epilepsien mit Verdacht auf eine Grunderkrankung, d. h. bei Kranken mit auffälligem neurologischen Befund, herdförmigen Veränderungen im Elektroenzephalogramm (EEG) oder fokalen Anfällen, hat man früher eine computertomografische Untersuchung durchgeführt. Diese wurde aber heutzutage von der Magnetresonanztomografie (MRT), auch Kernspintomografie genannt, abgelöst. Lediglich bei Notfällen ist eine Untersuchung mit dem Computertomogramm sinnvoll.
Bei nicht anfallsfreien Patienten mit fokalen Epilepsien und Verdacht auf eine Grunderkrankung, die bislang aber noch nicht computertomografisch bewiesen werden konnte, sind MRT-Untersuchungen notwendig, da die MRT-Untersuchung auch kleinere anfallsverursachende Missbildungen erfasst, die der Computertomografie entgehen. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn eine Operation in Frage kommt.
Wie oft wird eine Magnetresonanztomografie (MRT) bei Epilepsien notwendig sein?
Bei der Magnetresonanzuntersuchung, auch Kernspintomografie genannt, gelingt es infolge der Untersuchung der Magnetfelder des Gehirns, umschriebene Ursachen von Epilepsien zu entdecken. Daher ist die kernspintomografische Untersuchung sinnvoll bei Patienten mit Verdacht auf eine Grunderkrankung des Gehirns. Die Kernspintomografie wird wiederholt, falls bei vorher unauffälligen Befunden der Verdacht bestehen bleibt, oder aber zur Kontrolle eines festgestellten Befundes in längerem Abstand.
Der besondere Vorzug der Kernspintomografie besteht in der Erkennung kleinerer anfallsverursachender Missbildungen des Gehirns, z. B. in der Tiefe des Schläfenlappens. Derartige Veränderungen können zur Unempfindlichkeit der Anfälle gegenüber Medikamenten beitragen. Die operative Entfernung kernspintomografisch erfasster, anfallsverursachender Gehirnregionen kann zur Linderung oder zur Beseitigung der Anfälle führen.
Wozu dient die Positronen-Emissionstomografie (PET) bei Epilepsien?
Der Vorteil dieses Verfahrens ist: Es können sehr viele Stoffwechselvorgänge und die Hirndurchblutung dreidimensional im Gehirn lokalisiert werden. Bei Patienten mit fokalen Anfällen sieht man im anfallsfreien Intervall eine große Gehirnregion mit vermindertem Stoffwechsel.
Während des Anfalls kommt es im Randgebiet zu einer deutlichen Stoffwechselsteigerung aufgrund der von dort ausgehenden anfallserregenden Gehirnaktivität. Auf diese Weise kann vor einer geplanten Epilepsieoperation das zu entfernende Gebiet genauer umgrenzt werden. Man hofft, dass mit PET-Untersuchungen die Ergebnisse der Epilepsiechirurgie weiter verbessert werden können.