Inhalt
Behandlung mit Medikamenten
Medikamente sollen es dem Patienten mit Epilepsie ermöglichen, ein weitgehend ungestörtes Leben zu führen. Das Ziel ist die Anfallsfreiheit, zumindest aber, die Zahl und Schwere der Anfälle zu verringern. Allen Präparaten ist gemeinsam, dass sie auf Veränderungen im Gehirn, die der Epilepsie zugrunde liegen, regulierend einwirken. Sie setzen die Übererregbarkeit von Nervenzellen herab oder verstärken körpereigene Hemmmechanismen.

Wichtig: wenig Nebenwirkungen
Um Anfallsfreiheit zu garantieren, müssen die Betroffenen häufig ihre Epilepsie-Medikamente, wie Diabetiker das Insulin, über einen langen Zeitraum, gegebenenfalls sogar ein Leben lang einnehmen. Für jeden Patienten muss individuell das geeignete Medikament mit möglichst wenigen Nebenwirkungen gefunden werden. Daher kommt der Auswahl des Medikamentes und seiner guten Verträglichkeit eine besondere Bedeutung zu. Viele Arzneimittel der neueren Generation sind in diesem Punkt den „alten“ Medikamenten überlegen.
Der Einsatz moderner Antiepileptika kommt auch in Frage, wenn mit älteren Antiepileptika die Epilepsie nicht befriedigend behandelt werden kann. Welches antiepileptische Medikament zum Einsatz kommt, entscheidet Ihr behandelnder Arzt.
Das richtige Medikament finden
Der Arzt verschreibt meist zunächst ein einziges Präparat. Dessen Dosis wird schrittweise gesteigert, bis es ausreichend wirkt und keine Anfälle mehr auftreten. Treten jedoch weitere Anfälle oder störende Nebenwirkungen auf, setzt er ein anderes Medikament ein. Ist auch diese Behandlung nicht ausreichend wirksam, gibt er zwei oder mehr Medikamente gleichzeitig.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie bemerken, dass Sie ein Präparat nicht vertragen, vor allem auch, wenn Sie zwei oder mehr Medikamente gleichzeitig einnehmen. Und zwar nicht nur bei Epilepsie-Mitteln, sondern auch wenn Sie andere Medikamente einnehmen müssen. Gerade bei den „älteren“ Antiepileptika ist bekannt, dass sie die Wirkung anderer Medikamente vermindern oder verstärken können.
Bei vielen der älteren Medikamente sind teilweise häufige Kontrollen der Wirkstoffmenge im Blut erforderlich. Bei manchen der modernen Medikamente ist die volle Dosierung in kürzerer Zeit erreichbar und es kann auf Wirkstoffkontrollen im Blut verzichtet werden.
Leben ohne Medikamente?
Sind innerhalb von mindestens zwei Jahren keine Anfälle aufgetreten, kann der Arzt erwägen, allmählich die Dosis herabzusetzen. Falls dann keine Anfälle auftreten, kann er versuchen, die Behandlung mit Medikamenten zu beenden. Durchschnittlich bleiben gut die Hälfte aller anfallsfreien Patienten nach Absetzen der antiepileptischen Medikamente anfallsfrei.
Doch Achtung: Nehmen Sie nie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt eine geringere Menge des Medikaments ein und setzen Sie es nie eigenmächtig ab, weil sonst Anfälle gehäuft auftreten können.